Länger Leben – Länger Arbeiten

Dass wir in Zukunft länger arbeiten werden, wissen wir. Wie unsere Alterspyramide im Unternehmen heute aussieht und in Zukunft aussehen wird, darüber haben wir uns oft wenig Gedanken gemacht. 

Um uns heute für morgen zu rüsten, führte die IHK zu Dillenburg und Wetzlar das Modellprojekt „Kompetenzen älterer Arbeitnehmer nutzen und entwickeln“ mit Pilotunternehmen aus der Region durch. Dabei wurden Unternehmen, ältere Arbeitnehmer sowie Weiterbildungsinstitutionen unterstützt, die Kompetenzen älterer Arbeitnehmer zu nutzen, weiterzugeben und zu entwickeln mit dem Ziel, Wissen und Erfahrungen möglichst lang für die Wertschöpfung zu nutzen und älteren Arbeitnehmern eine Perspektive und Entwicklungsmöglichkeiten bei sich verlängernden Lebensarbeitszeiten zu geben. Website des Projekts: www.ihk50plus.de

 

Wissensmanagement, brauchen wir das?

Schlaumeier und Querdenker zeigen Ihnen wie und warum.

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“impulse” interviewte Prof. K. North

impulse: Wie konsequent nutzen die Chefs das Wissen der Mitarbeiter, Herr Professor North?

North: Da liegt manches im Argen. Studien belegen, dass nur jeder vierte Mitarbeiter vom Vorgesetzten Feedback darüber bekommt, welche Kompetenzen man von ihm erwartet. Da fällt es schwer, den Unternehmenserfolg als ein faszinierendes Projekt der gesamten Belegschaft zu vermitteln – und die Mitarbeiter zu motivieren, Wissen zu teilen.

Haben die Firmen im Moment nicht andere Sorgen als Wissensmanagement?

Viele Chefs konzentrieren sich in der Tat aufs Überleben im Tagesgeschäft , intensive Akquise und Kostenreduktion. Dabei erkennen sie allerdings auch, dass sie ihre Ressourcen effizient nutzen müssen. In besonderem Maße gilt dies für die Ressource Wissen. Spannende Beispiele dafür gibt es zuhauf, wie nicht zuletzt unser Wettbewerb zeigt.

Welche Branchen sind in der Hinsicht besonders weit?

Dienstleister wie Berater oder Ingenieure haben oft eine gute Wissensorganisation. Viele tun sich aber schwer, übers Projekt hinauszudenken, aus Projekten zu lernen. Autofirmen und Zulieferer konzentrieren ihre Anstrengungen auf Prozesse und kontinuierliche Verbesserung. F+E-getriebene Firmen bündeln ihr Wissen in Kompetenzzentren.

Wie lässt sich auf einfache Weise selbst ermitteln, wo eine Firma in puncto Wissen steht?

Dies würde ich vom Ergebnis her prüfen: Lernt mein Unternehmen schnell und umfassend von Kunden und Konkurrenten? Werden technologische Entwicklungen systematisch beobachtet? Generieren wir viele Ideen für neue Produkte und Verbesserung der Prozesse und setzen diese effi zient um? All das sind Kennzeichen für professionellen Umgang mit Information und Wissen.

Was raten Sie Chefs, die dem Thema zugeneigt sind, aber teure IT-Investitionen scheuen?

Wissensmanagement ist vor allem eine Frage der Unternehmenskultur. Eine Firma veranstaltet etwa pro Jahr vier gemeinsame Frühstücke für alle 150 Mitarbeiter. Dies kostet nicht viel, kann aber enorme Potenziale freisetzen. Für Mitarbeitergespräche empfehle ich folgende Fragen: Was haben Sie im letzten Jahr getan, um Ihre eigene Kompetenz zu steigern? Was haben Sie getan, um Wissen an Kollegen weiterzugeben oder im Informationssystem zu verankern? Was haben Sie selbst zur Entwicklung neuer Produkte beigetragen und an Verbesserungsvorschlägen eingereicht?

Was können kleine Firmen von den Großen lernen?

Systematische Personalentwicklung.

Und umgekehrt?

Dazu ein Ausspruch des legendären Ex- Chefs von General Electric, Jack Welsh: ›Wir wollen ein Unternehmen schaffen mit dem Körper eines Großunternehmens, aber der Seele eines Kleinunternehmens – mit Wissensdurst, Bereitschaft zum Austausch und schneller Handlungsfähigkeit.

(Download [458 KB] , Wissensmanager_2005.pdf)